Im Haus der Geschichte in Bonn steht seit der Neueröffnung im Dezember 2025 eine Vitrine mit zwei Gepäckstücken, die die unterschiedlichen Reiseerfahrungen in Ost- und West-Deutschland illustrieren sollen. Der gelbe Interrail-Rucksack, der für die westdeutsche Reisefreiheit steht, ist tatsächlich mein alter Rucksack, mit dem ich von 1976 – 1984 unterwegs war und den ich 2013 dem Museum gestiftet hatte.
Mit diesem Prospekt fing alles an. „Wäre das nicht was für dich?“, fragte mich mein Vater im Winter 1975/76 – ohne zu ahnen, was er damit bei mir in Gang setzte…


Der gelbe Rucksack wurde für 65 DM bei Horten in Gevelsberg gekauft und dann 1976 auf meiner ersten Interrailtour eingeweiht, die mich als 16-Jähriger durch Holland, Belgien, UK, Frankreich, Italien und Österreich geführt hatte. In den Folgejahren bis 1984 kamen noch einige weitere Reisen hinzu (Israel, Griechenland, Portugal, Spanien, …), die alle ihre Spuren auf dem Rucksack in Form von Souvenier-Aufnähern hinterlassen haben (Gibt es die eigentlich noch?).
Aber auch in mir als jungen Menschen haben die Erfahrungen und Begegnungen mit anderen Ländern, Menschen und Kulturen Spuren hinterlassen. Ich habe die großartige Vielfalt unseres Kontinents kennen- und liebengelernt und bin dadurch zu einem überzeugten Europäer geworden.
Die erste Tour 1976 war darüberhinaus ein erster Schritt in das Erwachsenenleben, denn zum ersten Mal musste man sich selbst – gemeinsam mit dem besten Freund Stefan – in neuen Ländern und Situationen zurechtfinden. Für uns war das eine wichtigere „Reifeprüfung“ als das später folgende Abitur.
Grund genug, nach 50 Jahren noch einmal auf Interrailtour zu gehen und der Faszination dieser Freiheit von damals nachzuspüren (teilweise wieder mit Stefan). Davon handelt dieser Blog…
Achim Posse (19.04.2026)
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