Tag 9: Menden – Ennepetal

  • Tourverlauf (bei Komoot): https://www.komoot.de/tour/t199261675?ref=atd
  • Wetter: Sonne, Wolken, bis 18°
  • Länge: 42 km (Plan); 50 km (Ist)
  • Gesamtstrecke (Ist): 629 km
  • Dauer: 3 Stunden; Höhenunterschied: 480 m (+) / 350 m (-)
  • Highlights: EU-Bahntrassenradweg, Abendessen und Badewanne in der Rosine, Dechenhöhle in Iserlohn (wenn es eine passende Führung gegeben hätte…)
  • Ziel: Hotel Rosine, Ennepetal (http://www.booking.com/Share-FFoUS92)
Abfahrt aus Menden

Von der heutigen Etappe gab es nicht viel zu berichten. Sie war recht kurz und durch die wunderbaren Radwege auf der alten Bahntrasse zwischen Menden und Iserlohn ein wahrer Genuss. (Diese Radschnellwege sind u.a. mit EU-Mitteln neu gemacht worden und werden auch vorbildlich gepflegt. Mir kam sogar ein Reinigungsfahrzeug auf dem Radweg entgegen.). (Warum man allerdings in manchen Abschnitten den neuen Radweg genau neben einem vorhandenen alten, gut ausgebauten Radweg gebaut hat, erschließt sich einem nicht auf Anhieb.)

Immer entlang der Lenne…

Der größte Teil der Etappe führte entlang der Lenne bis nach Hohenlimburg. Je weiter man nach Norden in Richtung Ruhrgebiet kam, desto mehr Betriebe der alten Schwerindustrie lagen an der Strecke (Bsp. Bilstein).

In Hagen angekommen, machte ich erst einmal eine lange Pause bei meinem Bruder Michael, wo wir über die Vorzüge von verschiedenen E-Bike-Motoren fachsimpelten (Bosch vs. Shimano). Michael hatte gelesen, dass bei Shimano-Akkus 1000 Ladezyklen möglich seinen, wohingegen bei Bosch nur 500 Zyklen in Aussicht gestellt werden, bevor die Ladekapazität deutlich nachlässt. Lassen wir uns überraschen…)

Man spürte das auch unterwegs, wie sich immer mehr Menschen für E-Bikes interessierten. Die übliche Einstiegsfrage lautete dann meist: „Was muss man denn für so ein Teil auf den Tisch legen?“. Ich sagte dann immer, dass gegenwärtig die Preise stark nach oben gehen und man qualitativ gute Räder kaum noch unter 3000 € bekommt.

Die Fichten sterben reihenweise!

Der letzte kleine Teilabschnitt von Hagen nach Ennepetal führt noch einmal steil hinauf. Auf Anraten von Michael wich ich von der stark befahrenen Straße auf die Nebenstrecke durch den Wald aus. Ich hatte es im Sauerland schon aus der Ferne gesehen, aber hier war das Fichtensterben hautnah zu erleben. Überall standen tote, vertrocknete Bäume herum. Ganze Hänge waren braun statt grün. Der Klimawandel beendet wohl gerade derzeit eine rentable Waldbewirtschaftung mit Fichten. Neue Ansätze müssen her. Aber bis da wieder ein vorzeigbarer Mischwald o.ä. steht, werden Jahrzehnte vergehen. Ich werde das vermutlich nicht mehr erleben.

Irgendwie musste ich mich dann verfahren haben, so dass meinem Navi nur noch die Möglichkeit blieb, mich über sehr steile, sehr matschige und sehr unebene Waldwege wieder nach unten zu führen. Hier hätte ich ein Mountainbike gut gebrauchen können. Es ging aber alles gut, und so konnte ich früh das Lieblingshotel in meiner Heimatstadt Ennepetal, die „Rosine“ beziehen (Na gut, zugegebenermaßen ist es auch das letzte verbliebene Hotel dort…). Das Zimmer hatte sogar eine Badewanne, welche ich dann auch weidlich ausnutzte, um die verhärteten Muskeln (Beine und Schultern) wieder etwas zu lockern. Ein leichter Salat mit Roastbeefstreifen rundete diesen Erholungstag ab. Morgen würde ich dann ein wenig in die Orte meiner Kindheit und Jugend eintauchen (Hoffentlich lässt mich die Voerder Kirche schlafen. Der Turm steht praktisch direkt neben meinem Hotelzimmer und die Glocken läuten die ganze Nacht hindurch und zwar alle 15 Minuten…)

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