Tag 3: Lüneburg – Celle

  • Tourverlauf (bei Komoot): Lüneburg – Celle https://www.komoot.de/tour/r191819063?ref=atd
  • Wetter: Sonnig, bis 25°, dann Gewitter und Regen
  • Länge: 88 km (Plan); 97 km (Ist)
  • Gesamtstrecke (Ist): 217 km
  • Dauer: 5 Stunden; Höhenunterschied: 410 m (+) / 380 m (-)
  • Highlights: Ilmenau Weg, Mohn- und Kornblumenfelder
  • Ziel: Hotel Schaper Krug, Altencelle (http://www.booking.com/Share-3v8Zm6)

Die Nacht war wieder viel zu früh zu Ende, aber so konnte ich ja versuchen, die Geheimnisse des WordPress-Programms zu lüften, mit denen diese Blog-Einträge erstellt werden. So ganz ist mir immer noch nicht klar, warum ein Blog-Eintrag mal auf der Hauptseite als Beitrag auftaucht und ein anderes Mal nicht.

Egal: Alle elektrischen Geräte (Handy, Tablet, Tablet-Tastaur, Helm, Power-Bank) waren aufgeladen und einsatzbereit.

Zurück zur Natur – aber bitte mit Akku! (Man beachte das Mehrfachladegerät…)

Das Frühstück im „einzigartig! war eine Mischung der beiden vorangegangenen Tage: Brötchen plus Etagere für den Grundbedarf, Auswahlkarte für die Extras (Rührei, Obstsalat, etc.). Wir hatten den einzigen Tisch im Freien erwischt, was den Vorteil der frischen Luft bot und den Nachteil hatte, dass wir für den freundlichen Kellner auch oft Luft waren. Trotzdem: Das Hotel können wir uneingeschränkt empfehlen!

Endlich konnten wir kurz nach Neun dann starten: Da wir mit ca. 90 km rechneten, wollten wir vor der Mittagshitze schon ein Gutteil geschafft haben. Dann navigierten wir uns aus Lüneburg hinaus in das idyllische Ilmenau-Tal hinein.

Ein Wort zur Navigation: Da ich nicht das Kartenmaterial für die gesamte Strecke mitschleppen wollte, nutzte ich die Komoot-App. Die Karten der betroffenen Regionen hatte ich schon vorab auf das Tablet geladen, um einsatzbereit zu sein, selbst wenn man keine Verbindung hat (…was an sehr vielen Abschnitten der Deutschlandtour leider immer noch der Fall war. ). Eine Nutzung der auf dem Handy oder dem Tablet angezeigten Karten und Routen verbot sich aber, weil bei Sonne das Display kaum sichtbar ist und das Gerät auch gefährlich heiß wird. So nutzte ich die Sprachnavigation, wobei ich mir die Instruktionen via Bluetooth auf meinen Helm schicken ließ. Das funktioniert in der Regel auch sehr gut, sofern man das Handy an eine Power Bank anschließt und man selber immer noch weiß, wo die kritischen Punkte sind.

Heute wusste ich z..B., dass Komoot die vierspurige Bundesstraße nach Süden bevorzugte, wohingegen ich lieber entlang der Ilmenau fahren wollte. Nachdem der Einstieg in ds Tal gefunden war und die mehrfachen Hinweise von Komoot, man möge doch umkehren, ignoriert wurden, passte sich die Navigation an und konnte wieder benutzt werden.

Entlang der Ilmenau nach Süden

Um das Programm nicht noch in seinen Gefühlen zu verletzen, sind wir ein paar Kilometer an der Bundesstraße entlang gefahren. Dann hatten wir aber endgültig genug und haben den Parallelweg über Ebstorf, Unterlüß und Eschede bevorzugt. Die Feld- und Wirtschaftwege waren sehr gut befahrbar und die Anstieg waren meist moderat. Riesige Felder voller Mohn- oder Kornblumen wollten gebührend bewundert werden…

Unterlüß war mir gänzlich unbekannt, aber Stefan klärte mich auf, dass hier vor allem die Waffenschmiede Rheinmetall beheimatet ist. Dort werden auch Panzerkanonen entwickelt und getestet. Dadurch und durch das aufziehende Gewitter gab es eine interessante Abwechslung zwischen Donnergrollen und Kanonendonner im Hintergrund…

Ein paar vereinzelte Regentropfen und das doch sehr beschränkte kulinarische Angebot von Unterlüß (Na gut, wir hätten uns bei der Tafel am Sportzentrum anstellen können…) zwangen uns dazu, ein einfaches Mahl in einem Unterstand zu uns zu nehmen. Dank meiner Fähigkeit, das Wetter einschätzen zu können („Der Regen hört bald auf und eigentlich ist die Unwetterfront auch schon vorbei gezogen.“), beschlossen wir das letzte Drittel der heutigen Etappe in Angriff zu nehmen. Mitten im Wald kurz vor Eschede setzte dann doch wieder Regen ein und obwohl der Himmel über uns hell war, taten sich plötzlich Schleusentore auf. Wir suchten Schutz unter Eichen und ich konnte gerade noch meine komplette Regenschutzkleidung zum Einsatz bringen (inkl. der Gamaschen! Danke nochmal an Ulla und Michael!). (Übrigens: Der High Tech Helm darf nicht nass werden. Das könnte evtl. ein kleiner Nachteil sein… ;-)).

Härtetest für Mensch und Material

In Eschede gedachten wir des schrecklichen ICE-Unglücks an dieser Stelle, welches 1998 von einem defekten Radreifen ausgelöst worden war und über 100 Menschen das Leben gekostet hat. Auf diese Art der Berühmtheit hätte der nette Ort sicherlich gern verzichtet.

Der Regen hatte inzwischen aufgehört und weil wir schon über 80 km in den Knochen (eigentlich war es mehr der Hintern…) hatten, schlichen wir die letzten 15 km bis nach Celle. Bis zum Erreichen des Hotels klappte aber alles ohne Probleme. Nur das Absteigen bekam ich nicht mehr hin, ohne mit dem Rad umzufallen (Hier muss man sich jetzt ein Emoji mit nach oben verdrehten Augen vorstellen…).

Das Etappenziel war das Hotel Scharper Krug in Altencelle, ein einfaches, sauberes Haus, das aber seine beste Zeit schon deutlich hinter sich hat und zudem „sehr verkehrsgünstig“ liegt.

Da wir – nach einer kleinen Pause – absolut keinen Bedarf mehr an Fahrradsätteln hatten, ließen wir uns mit dem Taxi in die Innenstadt bringen, um im reservierten Lokal zu essen. Die Essen waren lecker und mit guten Zutaten gemacht (Der abschließende Heidegeist schmeckte wirklich erst nach Mundwasser und hinterher richtig lecker.).

Die Fachwerkidylle von Celle steht in deutlichem Kontrast zur unrühmlichen Rolle der Stadt im Dritten Reich…

Allerdings wunderten wir uns, dass hier nur Männer anwesend waren, von denen viele im Schankraum lautstark Schlager mitsangen (PS: Sicher nicht Corona-gerecht). Aber vielleicht denke ich hier auch nur zu verqueer…

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